Die NABU-Biotope

Kleinode in der Landschaft

Unser Schutzgebiet im Detail


Der NABU-Wald:

In der Verlängerung der Riedhauserstr. Richtung Lindenhof befindet sich unser Schutzgebiet links zwischen dem zweiten und dritten Weg.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried und dem Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf kümmert sich auch die NABU-Gruppe Wilhelmsdorf auf ihrem eigenen, 19 ha großen Grundstück um den Naturschutz im Kerngebiet des Pfrunger-Burgweiler Ried. Dieses liegt an dem rege begangenen 3. Weg im nördlichen Eulenbruck. Dort hat die NABU Ortsgruppe Wilhelmsdorf 1987 drei ha Grünland erworben, um ein Feuchtgebiet anzulegen. Zur Anhebung und Regulierung des Grundwasserstandes wurden in den Entwässerungsgräben an mehreren Stellen mit massiven Eichendielen und -pfosten regulierbare Wehre angelegt.

 

Aktuelle Maßnahmen

In Arbeit :-)

 

 


Holzfällarbeiten Winter 2018/2019

Information vom November 2018

Holzarbeiten im Ried

 

Kaum sind die Aufräumarbeiten im Frühjahr nach den schweren Schäden durch den Sturm „Kyrill“ im Sommer 2017 beendet, sind erneute Baumfällungen im Ried nötig. Diese waren schon lange vom Regierungspräsidium und dem Landratsamt genehmigt worden, mussten aber aufgrund der Arbeiten auf dem Riedlehrpfad verschoben werden. Da die Böden durch die anhaltende Trockenheit gut befahrbar sind, konnte bereits in dieser Woche durch den Forstbetrieb Michael Halder begonnen werden. Folgende Holzarbeiten stehen an:

 

-          Fällung des Fichtenwäldchens am 2.Weg rechts

 

-          Freilegung eines Streifens rechts des 2.Weges / Solitärbäume bleiben erhalten

 

-          Freilegung und Vertiefung mehrerer alter Torfstiche innerhalb des NABU-Grundstückes und Entnahme einzelner Großfichten

 

Der kleine Fichtenwald stellt bisher eine Barriere im Gebiet dar, der verhindert, dass sich die erwünschte Flora und Fauna unseres Moores ausbreiten kann und sich die Artenvielfalt erweitert. Das Ried ist kein natürlicher Lebensraum für die Fichte, die im Gegensatz zur Moorbergkiefer und Moorbirke sehr schnell wächst und diese verdrängt. Die Freilegung eines Streifens neben dem 2.Weg dient der Verkehrssicherung der Spaziergänger und auf ihm ist auch ein Weidezaun geplant – unsere vierbeinigen Helfer können dann ein weiteres Gebiet für etliche Lebewesen und Pflanzen „frei-fressen“, die Licht und Sonne benötigen. Herr Halder hat bei der Begehung des Grundstückes einige alte Torfstiche entdeckt, die aufgrund hoher Fichten vom Sonnenlicht abgeschirmt und völlig zugewachsen sind. „Durch die Freilegung werden Biotope geschaffen, die neuen Lebensraum für Schmetterlinge, Insekten und Amphibien bieten“, äußerte sich Herr Masur zu den geplanten Maßnahmen.

 

Zweitgrößtes Moor des Südwestens

Das Pfrunger-Burgweiler Ried

 

Mit 2600 Hektar, davon 160 Hektar Hochmoor, ist das Pfrunger-Burgweiler Ried in Oberschwaben das zweitgrößte zusammenhängende Moorgebiet Südwestdeutschlands. Das Gebiet liegt in der Jungmoränenlandschaft und verdankt seine Entstehung einer Seitenzunge des Rheintalgletschers.

 

Erst um 1820 kam im Ried der bäuerliche Handtorfstich auf. Doch schon 1857 begann der industrielle Torfabbau, der erst 1996 mit dem Ablauf der Konzessionsverträge endete. 1950 schließlich kam es zu einer groß angelegten Entwässerung, in der das Moorland in Hochleistungsgrünland überführt wurde. Die genannten Maßnahmen führten zu einer Absenkung des Grundwassers und damit zu einer drastischen Verarmung des Naturhaushaltes, in dessen folge viele Tier- und Pflanzenarten im Gebiet verschwanden.

Der NABU besitzt im Ried mehrere Teilflächen, insgesamt 19 Hektar. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt dabei im Eulenbruck. Dank Wiedervernässung wurde das Grundwasser örtlich angehoben, so dass das Areal heute ein Feuchtbiotop mit einer offenen Wasserfläche ist, an die ein Birkenbruchwald, ein Schilfgürtel, Weidengebüsche und Feuchtwiesen grenzen. Die entscheidende Lebensraumqualität für Tiere und Pflanzen liegt in dem reichhaltigen Strukturmosaik. Hiervon profitieren zahlreiche Vogelarten wie Waldohreule, der Teichrohrsänger, Bekassine und Zwergtaucher. Auch die Kreuzotter, die Zebraspinne und diverse Insekten finden hier ein zu Hause. Außerdem werden die großräumigen offenen Randbereiche des Vernässungsgebietes vom Weißstorch als Nahrungsquelle genutzt.

Eine vom NABU erstellte Kanzel bietet ausgezeichnete Möglichkeiten zur Beobachtung. Im Naturschutzzentrum des Schwäbischen Heimatbunds erhält man ausführliche Informationen über das Ried und seine Bewohner.