Schwalbenfreundliches Haus


Der NABU dankt den Menschen, die sich für die Schwalben einsetzen mit einer Plakette.

2020   Fam. Rösch Illmensee

2020   Fam. Kessler Siessen

2019   Helmut Bulander Egelreute

2019   Fam. Klocker Tafern

2019   Fam. Kesenheimer Rotachmühle

2018.  Fam. Schultheis Esenhausen

2018.  Franz Mayer und Ulrike Luuka Wilhelmsdorf

2017.  Maria Wohlwender Fleischwangen

Melden sie uns weitere schwalbenfreundliche Häuser in der Nähe.

 

Mehr dazu


Schwalbenfreundliche Häuser in Siessen und Illmensee

Anfang Oktober 2020:

Kurz bevor die letzten Schwalben ins Winterquartier nach Süden flogen, konnte der NABU Wilhelmsdorf wieder zwei schwalbenfreundliche Häuser in der Umgebung auszeichnen. Zunächst konnten wir Familie Kessler in Siessen eine Urkunde und Plakette überreichen. Im Pferdestall brüten dort regelmäßig Rauchschwalben, aktuell gibt es 3 Nester. Unter den Dachüberständen konnten wir 14 Mehlschwalbennester zählen, alles Naturbauten.

 

Schwalben haben es inzwischen schwer. Rauchschwalben bauen ihre offenen Nester in offenen Ställen, von denen es nicht mehr so viele gibt. Mehlschwalben brüten gerne in geschlossenen Nestern unter Dachüberständen. Für den Nestbau brauchen sie reichlich feuchten Lehm, der auch immer seltener zu finden ist. Alternativ werden gerne künstliche Schwalbennester angenommen. Sie gehen nicht so leicht kaputt und sind im NABU-Shop erhältlich. Schwalben sind allerdings nicht stubenrein, weswegen sie oft nicht am Haus geduldet werden. Im Gegenzug sind sie aber gute Fliegenfänger. Pro Jahr werden in einer Schwalbenfamilie rund 250.000 Insekten verfüttert, was bei dem aktuellen Insektensterben viele Flugstunden in Anspruch nimmt.

 

Anschließend konnten wir das zweite schwalbenfreundliche Haus auszeichnen, diesmal in Illmensee bei Familie Rösch. Familie Rösch betreibt eine kleine Landwirtschaft mit Pferden, Rindern und Schweinen. In jedem Stall befinden sich ein paar Rauchschwalbennester: Teilweise ganz niedrig beim Durchgang, sodass man direkt ins Nest hinein sehen kann. Die Tiere lassen sich nicht stören und wissen, dass sie hier willkommene Fliegenfänger sind. Als Nisthilfe hat Herr Rösch an vielen Stellen im Stall kleine Überstände aus Holz angebracht, worauf die Schwalben ihre Nester errichten können. An der Scheune nebenan hängen außerdem zahlreiche Starenkästen, Hausrotschwänzchen und Spatzen brüten regelmäßig und unter dem Dach gibt es Fledermäuse.

 

So hoffen wir, dass viele Schwalben den weiten Weg nach Afrika und wieder zurück über die sich ausbreitende Sahara, das Mittelmeer und die Alpen überleben und im Frühling wieder ihre Nester in Siessen und Illmensee inspizieren.